haltet euch an die Wahrheit in euch selbst als das einzige Licht!

 



haltet euch an die Wahrheit in euch selbst als das einzige Licht!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gedichte
 
  allerlei
  Prosa
  Gästebuch
  Kontakt

 
Freunde
    berita
    - mehr Freunde



http://myblog.de/kahiro0815

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Du schaust sie fragend an.
Sie erwidert deinen Blick langsam. Er festigt sich. Sie beißt die Zähne zusammen, erscheint entschlossen.
„Was willst du noch von mir?“ presst sie mit leichter Unsicherheit hervor.
Du starrst zu Boden, spürst Hitze in dir aufsteigen. Fordernd schaust du sie an.
„Seit wann?“, kommt es krächzend aus deinem Mund.
Stille.
„Die Party.“ Sagt sie langsam, ihr Blick verflüchtigt sich in die Weite.
Dir fällt auf, dass ihre Augen wunderschön sind. Das Kinn zittert. Sie versucht ihre Hände zu verstecken.
„Mmh...“
Ihre grünen Augen schauen verwundert in deine. Danach sinken sie an deiner Gestalt bis zum Boden herab. Sie heften sich an deine Hackenschuhe.
Du versuchst zu lächeln. Es missglückt. Wehmütig schaust auch du an ihrem Körper entlang: Die Turnschuhe, die blaue Jeans, die du so liebst. An ihrem Bauchnabel bleibst du hängen, umkreist ihn lange. Du gelangst zu ihrem roten Top, dem weichen Busen dahinter. Zum Dekoltèe, dem zarten Hals bis hin zu ihren sinnlichen Lippen.
Sie wird rot, schaut verschämt in eine andere Richtung.
Dir entgeht ihr feines Lächeln nicht.
„Hab ich noch einen letzten Wunsch frei?“
„Natürlich.“




---------------------------------------------------------




Realität?

Aufgeschreckt fliegen die Vögel davon.
Ich blicke mich um, suchend, als hätte ich etwas verloren.
Mein Blick durchsucht alles angestrengt. Nichts kann ihm entgehen. Jeder Millimeter meiner Umgebung wird genauestens abgetastet.
„Ah, hier bist du. Wir müssen jetzt gehen.“
Ich schaue mich um. Doch da ist nichts. Was war das? Hat da jemand mit mir gesprochen? Ich drehe mich zur anderen Seite, da ist noch immer nichts.
„Na los, komm schon.“
Ein Schauder läuft mir über den Rücken. Ich stehe da, wie angewurzelt. Nur meine Augen suchen noch immer lebhaft, verzweifelt. Doch sie entdecken nichts. Der Raum um mich herum ist still und leblos. Nicht einmal ein Windhauch, kein Zeichen von Leben.
„Ich möchte jetzt wirklich weg von hier, es wird unheimlich.“
Eine lähmende Anspannung breitet sich über meinen Körper aus. Ich zittere und merke wie die Angst mir langsam die Glieder heraufkriecht.
Da spüre ich einen warmen Hauch an meinem Hals.
Entsetzt weiten sich meine Augen und wandern ganz langsam zu meiner linken Schulter, wo ich meinte den Hauch gespürt zu haben.
Da ist nichts. Vielleicht ist alles nur Einbildung?
Ein leichter Druck legt sich auf meinen Arm, ich verkrampfe mich, kann mich nicht mehr rühren, selbst mein Blut scheint festgefroren zu sein. Warum kann ich nur nichts sehen? Man kann doch alles sehen. Was ist das? Meine Gedanken überschlagen sich.
Die Stimme meldet sich wieder, flüsternd:
„Ich krieg jetzt langsam Angst. Also los, bitte.“
Ich schließe die Augen. Will mir einreden, dass ich fantasiere.
Da steht sie vor mir. Eine Person. Umhüllt von Licht. Mir ist eiskalt. Was tut diese Person mit mir? Ich will nicht mehr. Es reicht. Ich grusele mich, alles scheint so irreal, so angsteinflößend. Mir schaudert’s.
Erst jetzt bemerke ich erschrocken, dass ihre Hand auf meinem Arm liegt. Der Druck kommt von dieser warmen Hand. Meine Hand ist kalt vor Schweiß, wie mein gesamter Körper. Ich schaue von der Hand wieder in das Gesicht der Person. Das Licht wird schwächer, ich starre der Person in die Augen. Sie starrt zurück, nein, ich starre zurück.
Mir wird schwindlich, ich scheine jeden Moment zusammensacken zu wollen. Meine Beine geben bereits nach. Meine Augenlider werden schwer, ich kann sie kaum noch offen halten. Ich gebe mich meinem Wunsch hin, bereit jeden Moment einzuschlafen, auf den Boden zu sinken und die Augen zu schließen.
Ich falle aber nicht. Sie hält mich fest, sie stützt mich ab. Ich stütze mich ab.
Mit einem Lächeln im Gesicht sagt sie ohne die Lippen zu bewegen:
„Komm jetzt, wir müssen gehen.“, dann schaut sie sich unsicher um.
Ich stehe wieder auf meinen Beinen, unfähig zu reden oder zu denken. Meine Augen öffnen sich, es ist ganz leicht. Sie winkt mir ihr zu folgen, dreht sich um und geht.
Blut rinnt aus ihrem Hinterkopf. Mir wird schlecht bei diesem Anblick. Ich will mich setzen, doch beuge ich mich vor, ohne dass ich es beeinflussen könnte. Ich will nicht mit ihr gehen, doch meine Beine laufen von selbst. Mein Körper folgt ihr, Schritt für Schritt. Erst langsam, dann immer schneller werdend. Ich sträube mich dagegen, doch gehorcht mein Körper mir nicht. Ich schreie verzweifelt, doch dringt kein Laut aus meinem Mund.
Ich will aufwachen, will meine Augen wieder die Realität sehen lassen. Doch welche Realität?




-------------------------------------------------------------------------------


Ob er sie wärmen wird?

Sie zittert am ganzen Leib.
Sie sitzt auf einer Parkbank, hinter ihr ein Brunnen. Die Sonne scheint, doch weht ein kühler Wind. Ihr Sommerkleid fliegt leicht im Winde, das glänzende Haar bedeckt ihr Gesicht.
Er kann ihre Augen nicht sehen.
Er geht drei Schritte auf sie zu, unschlüssig, ob er sich setzten soll.
Sie streift ihr Haar aus dem Gesicht, schaut ihn an, lächelt unsicher.
Er ist erstaunt. Sie hat graue Augen. Er sah sie niemals zuvor.
Verloren steht er vor ihr, weiß nicht, wohin er schauen soll. Sein Blick findet zurück zu ihr, wird von den roten Flecken auf ihrem Kleid festgehalten.
Sie klemmt ein paar Haare hinter ihr Ohr, schaut abwechselnd zu ihm und zu Boden. Ihre Augen scheinen ihm etwas sagen zu wollen.
Er neigt sich nach vorn, geht einen Schritt, erreicht die Bank. Unsicher tasten seine Finger am Geländer. Er dreht sich, sitzt schon fast, da steht er wieder auf.
Schaut seitlich auf ihr Gesicht.
Sie starrt wie gelähmt zu Boden.
Schaut auf ihr Kleid, runzelt die Stirn. Geht zwei Schritte zu ihrer anderen Seite. Haare bedecken diese Gesichtshälfte völlig.
Seine Finger berühren ihr Haar, er streicht es behutsam zur Seite.
Erschrocken weicht er zwei Schritte zurück.
Er sieht aufgeplatzte Haut, ihr Wangenknochen ist rot von halbgeronnenem Blut. Er bewegt sich nicht, zwingt sich in eine andere Richtung zu schauen. Er heftet erneut seinen Blick auf dieses zarte verletzte Gesicht. Betrachtet es, gleitet verlorenen Blicks ihr Kleid herab, entdeckt die roten Flecken von neuem.
Flecken aus Blut.
Er ist betrübt, sie dreht sich weg.



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung